Der letzte Tag der Schöpfung von Wolfgang Jeschke

Der letzte Tag der Schöpfung hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie es schon lange Zeit kein Buch mehr vermocht hat. Dieser Roman liest sich als wäre er in der Gegenwart, also im Jahr 2010, geschrieben worden, aber Wolfgang Jeschke hat ihn bereits 1977 fertiggestellt und 1981 veröffentlicht. Die erste Zeitreise-Geschichte, die ich bisher gelesen habe, die nicht erst durch die Ausblendung von Logik erzählbar wird. Eine durch und durch schlüssige Geschichte in einem großartigen Setting.

Der größte Teil der Handlung spielt im Mittelmeerraum vor ca. 5,3 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit gab es zwischen Afrika und Europa eine riesige Senke, da die Straße von Gibraltar, wie eine gigantische Staumauer, geschlossen war und der dadurch fehlende Zufluss von Wasser aus dem Atlantik die Existenz des Mittelmeeres zeitweise nicht ermöglicht hat.

Die wissenschaftliche Grundlage, auf der Jeschkes Roman fußt, entstand durch das Forschungsschiff „Glomar Challanger“, welches in den 1970er Jahren auf mehreren Expeditionen Tiefseebohrungen im Mittelmeer durchgeführt hat mit deren Hilfe die Austrocknung in der Vergangenheit bewiesen werden konnte. Der Geologie Professor Kenneth J. Hsü hat, als leitender Forscher dieser Expeditionen, die Ergebnisse in seinem Buch Das Mittelmeer war eine Wüste sehr anschaulich zusammengefasst. (Harnack Verlag, München, ISBN 3-88966-012-6). Dabei ist noch anzumerken, dass das Buch 1984 veröffentlicht wurde, also 7 Jahre nach Der letzte Tag der Schöpfung.

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